
NICLAS ANATOL
Formen des Unfassbaren
Wenn wir über Kunst sprechen, sprechen wir oft über das Sichtbare – über Linien, Flächen, Formen, Material. Doch mein Interesse richtet sich auf etwas anderes: Auf das, was sich nicht greifen lässt.
Das Unfassbare ist in meinen Arbeiten ein zentrales Thema. Es zeigt sich in der Spannung zwischen Stein und Leere, zwischen Masse und Schweben. Die Skulpturen aus Marmor tragen in sich das Gewicht von Jahrtausenden, die Schwere der Materie. Und doch sind sie durchlöchert, ausgehöhlt, geöff net. Das, was fehlt, ist ebenso wesentlich wie das, was bleibt. Leere wird zur Form, Abwesenheit wird greifbar.
Die Malereien wiederum bewegen sich im Gegenteil zum Statischen des Marmors: Sie erinnern an Unterwasseraufnahmen, an Strömungen, an Blasen, die sich im Spiel zwischen Zufall und Berechnung formieren. Sie zeigen ein anderes Gesicht des Unfassbaren – das Flüchtige, das sich ständig Veränderte, das niemals Festgehaltene.
In der Verbindung von Skulptur und Malerei suche ich nach einer Balance zwischen Materialität und Aufl ösung, zwischen Schwere und Leichtigkeit, zwischen Form und ihrer Aufhebung. „Formen des Unfassbaren“ ist für mich der Versuch, das Unsichtbare, das nicht vollständig Greifbare, in eine ästhetische Erfahrung zu übersetzen.
Vielleicht bleibt das Unfassbare letztlich immer ungreifbar. Doch gerade darin liegt für mich die Kraft der Kunst: nicht Antworten zu geben, sondern Räume zu öffnen – für Empfindung, für Stille, für Nachdenken.
Text: Niclas Anatol
Niclas Anatol (geb. 1972 in Wien als Niclas Anatol Walkensteiner); aufgewachsen in Kärnten; absolvierte die HTL für Möbeldesign, bevor er von 1991 bis 1992 Kunstgeschichte an der Universität Wien und von 1992 bis 2000 Malerei bei Prof. Adolf Frohner an der Universität für angewandte Kunst in Wien studierte. Er war mehrere Jahre in der Projektleitung bei Brigitte Kowanz tätig, erhielt zahlreiche Auszeichnungen – darunter den Bank Austria Kunstpreis sowie Arbeitsstipendien vom Land Kärnten und der Stadt Wien. 2022 war er Mitbegründer des Künstlerduos ROMANATOL und ist Mitglied beim Kärntner Kunstverein sowie im Kunstwerk Krastal;
Ausstellungen im In- und Ausland; seine Werke befi nden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen; er lebt und arbeitet in Wien und Kärnten.
Titelbild: © STADT VILLACH KULTUR, AUSSTELLUNGSANSICHT | NICLAS ANATOL
RAHMENPROGRAMM/KUNSTVERMITTLUNG
Jänner
Sa, 17. Jänner 2026, 10.30 Uhr: Künstler-Führung mit Niclas Anatol und Claudia Schauß
Sa, 24. Jänner 2026, 10.30 Uhr: Kinderworkshop mit Illunis
Sa, 31. Jänner 2026, 10.30 Uhr: Workshop mit Sonja Capeller
Februar
Fr, 6. Februar 2026, 9.30 Uhr: Führung am Vormittag mit Jasmine R. Mayer
Mi, 11. Februar 2026, 10 - 13 Uhr, u. 14 - 17.30 Uhr, OFFENES FERIENATELIER: für Familien, Einzelbesucher und Gruppen,
mit Jasmine R. Mayer. Anmeldung für Gruppen ab 10 Personen bitte unter 04242 205 3450 oder DW 3420.
Do, 26. Februar 2026, 18 Uhr: Führung mit Sonja Capeller
Für Gruppen jeder Art sowie für Schulklassen und Kindergärten bieten wir nach telefonischer Terminvereinbarung gerne Führungen und Workshops an.
Anmeldungen unter Galerie Freihausgasse, Tel. 04242 205 3450
Kosten für Workshops € 3,– pro Teilnehmer
AUSSTELLUNGSDAUER: 16.1. - 28.2.2026
An Sonn- und Feiertagen und am 14. Februar (Faschingsamstag) geschlossen!
GALERIE FREIHAUSGASSE . GALERIE DER STADT VILLACH
Leiningengasse 12 | A-9500 Villach | T +43(0)4242 205-3450
Öffnungszeiten:
Mittwoch, Donnerstag, Freitag: 9 – 13 und 14 – 18 Uhr, Samstag: 9 – 15 Uhr
An Sonn- und Feiertagen geschlossen!
Anmeldungen zu Veranstaltungen unter:
E galeriefreihausgasse@villach.at oder T 04242 205 3450. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Galerieleitung: Mag.a Claudia Schauß
T +43(0)4242 205 3420 | E claudia.schauss@villach.at
Kunstvermittlung: Sonja Capeller, Jasmine R. Mayer, BA und Illunis (Alexandra C.)